Der Deal zwischen dem Software-Riesen Microsoft und der Internetsuchmaschine schien eigentlich schon gegessen zu sein. Microsoft scheint aber nicht aufgeben zu wollen und nimmt noch einmal Anlauf, um Yahoo! doch zu übernehmen. Dieses Mal will Microsoft allerdings nicht allein in die Schlacht ziehen, sondern holt sich Rückendeckung von anderen Big-Playern der Branche. Yahoo! droht nun die Zerschlagung.
Das Wall Street Journal berichtete erst kürzlich, dass Microsoft Gespräche mit dem Mediengroßkonzernen News Corp. und Time Warner führt. Das Ziel Microsofts scheint klar zu sein: die Übernahme der Yahoo!-Suchmaschine nun doch durchzusetzen. News Corp. oder Time Warner können dann die übrigen Teile des Yahoo!-Imperiums übernehmen. Das Ganze würde dann in einer Zerschlagung von Yahoo! enden, was die Chefs des Unternehmens bisher eigentlich stets vermeiden wollten.
Das Wall Street Journal berichtet weiter, dass Steve Ballmer – der Chef von Microsoft – und Roy Bostock – Vorsitzender bei Yahoo! – schon vor zwei Wochen Gespräche führten, die sich mit dem Thema noch andere Unternehmen ins Boot zu holen, befassten. Darüber hinaus wurden auch mit dem Yahoo!-Großaktionör Icahn Gespräche geführt. Icahn hatte sich stets kritisch zu der vereinbarten Zusammenarbeit mit Google geäußert. Wie der neu überlegte Deal dann aber im Detail aussehen soll, steht noch nicht fest, so berichtet das WSJ weiter. Yahoo! zeigt sich aber offen, über alle Alternativen zumindest zu reden.
Um die Zukunft von Yahoo! wird nun seit über einem halben Jahr verhandelt. Das im Februar gestellte Übernahmeangebot von Microsoft um rund 45 Milliarden Dollar wurde aber immer von Yahoo! als zu billig abgelehnt. Microsoft zog als Reaktion sein Angebot daraufhin zurück.
Es schien dann so, als ob ein Deal mit Microsoft geplatzt wäre und kurze Zeit später, meldete sich Google zu Wort und bot seinerseits eine Zusammenarbeit bei der Onlinewerbung an. Allem Anschein nach war das für Microsoft ein Mitgrund, um nun noch größere Geschütze aufzufahren und sich erst recht nicht als geschlagen zu geben. Hier geht es auch um Prestige, sich nicht vom großen Erzrivalen Google „besiegen“ zu lassen.
Dass diese Schlacht kein gutes Bild auf die Aktionäre wirft, zeigt sich im Aktienkurs von Yahoo!, der seit Mitte Mai um rund 27 Prozent sank.

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