Suchmaschinen-Optimierung beginnt immer mit der Kernfrage, welche Suchbegriffe Suchmaschinen-Nut¬zer in Suchmaschinen eintippen. Nur wenn man diese Frage beantworten kann, macht die Abstimmung der Inhalte auf eben diese Suchbegriffe Sinn. Wenn man Keyword-Datenbanken wie das beliebte Keyword Suggestion Tool [1] oder Wordtracker [2] nutzt, er¬scheint alles noch ganz einfach. Die Auflistungen der Suchbegriffe scheinen so, als ob alle Internet-Nutzer ähnliche Suchstrategien verfolgen, als ob es einen Kodex der Suchmaschinen-Nutzung gäbe.
Den gibt es aber nicht. Menschen suchen unterschied¬lich: Während ein Benutzer nach „sprachreisen“ sucht, tippt ein anderer „sprachreise“ in Suchmaschinen ein. Wiederum andere nehmen Artikel/Adverben/Präpo¬sitionen in ihre Suchanfragen auf, während andere Nutzer diese auslassen (also z.B. „sprachreisen nach england“ vs. „sprachreisen england“).
Die Auflistungen vieler Keyword-Datenbanken geben die Komplexität der Suchanfragen nicht wieder. Bei der Overture-Datenbank werden z.B. Singular und Plural zusammengefasst; auch die Wortstellung wird häufig ignoriert. In der Datenbank erscheint also ein Eintrag wie „sprachreise spanisch“, obwohl in der Re¬alität sowohl nach „spanische sprachreisen“ als auch „sprachreisen spanisch“ gesucht wird.
Bei der Festlegung der Zielsuchbegriffe, also der Such¬begriffe, für die die eigene Website gefunden werden soll, ist demnach Vorsicht geboten. Wer vorschnell ei¬ner Keyword-Datenbank vertraut, erhält vielleicht nur die halbe Wahrheit. Keyword-Datenbanken sollten nur als Entscheidungshilfe dienen: Wird häufiger nach „sprachreisen england“ oder „sprachreisen usa“ ge¬sucht? Suchen potenzielle Kunden eher nach „sprach¬reisen“ oder „sprachkursen“?
Derartige Fragen lassen sich mit den gängigen Datenbanken recht zuverlässig beantworten. Aber die komplexe Natur der Suchanfragen geben diese Da¬tenbanken nicht wieder – und das wohl zu Recht, da die Ergebnisse sonst viel zu unübersichtlich wären.

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