Frei wählbare Domainendungen

Gestern, am Donnerstag, fand in Paris das Meeting der ICANN (International Coporation for Assigned Names and Numbers) statt. Im Zuge des Meetings wurde unter anderem beschlossen, dass es weitaus mehr TLDs (Top-Level-Domains), als bisher, geben wird. Bisher gab es nur 21 sogenannte generische Top-Level-Domains zusammen mit den länderspezifischen Domainendungen (zum Beispiel: .de, .at und so weiter). Mit der Neuerung ist künftig der Fantasie keine Grenze mehr gesetzt und es kann nahezu jeder Wunschname als Domainendung verwendet werden. So kann zum Beispiel der Bundestag in Berlin die Endung .berlin beantragen.
Die Wunschdomain wird aber voraussichtlich nur für Leute bzw. Betriebe zugelassen werden, die bereits ordentlich geschäftlich operieren. Für Neueinsteiger sei zumindest ein „solides“ technisches Konzept erforderlich, um in den Genuss der Wunschdomain zu kommen. Darüber hinaus wir die gewünschte Domainendung zwischen 50.000 und 100.000 Dollar kosten, eine große Stange Geld, die sich somit so wie so nur große Betriebe leisten können.
Darüber hinaus soll es auch eine von der ICANN unabhängige Schlichtungsstelle geben, die die Moral im Auge behalten soll. So wird es beispielsweise eine Domain mit der Endung .nazi nicht geben, da diese in einem politisch zu brisanten Zusammenhang steht. Auch werden die bereits vor einiger Zeit abgelehnten Anträge auf Domainendungen mit .xxx oder dergleichen erneut auf Ablehnung stoßen. Darüber hinaus soll zu guter Letzt auch die Regierung des Landes, in der der Antrag gestellt wurde, über die Zulassung der Wunschdomain entscheiden. Die Grundlage für ein solches Veto seitens der Regierung basiert dann auf der „Störung der öffentlichen Ordnung und Moral“.
Eine endgültige Umsetzung für das Vergabeverfahren der Wunschdomains wurde allerdings noch nicht beschlossen. Das heißt, dass das ganze erst in ein paar Monaten an den Start gehen wird. Von der ICANN heißt es offiziell, dass die vollständige Umsetzung mit Anfang 2009 abgeschlossen sein soll. Anträge können somit ungefähr ab dem zweiten Quartal des Jahres 2009 gestellt werden.
In diesem Zusammenhang berichtet die New York Times von einer weiteren Änderung die Domains betreffend. So soll es künftig ebenfalls möglich sein TDLs, die auf .com .net und .org enden, auch mit nicht-lateinischen Schriftzeichen zu erstellen. Dies war bislang nur in Sonderfällen auf nationaler Ebene möglich (in Japan zum Beispiel für Domains, die auf .jp endeten). Somit wird auch hier der Spielraum größer.
Alles in allem kann man sagen, dass diese Neuerungen das Ärgernis, wenn eine Domain bereits vergeben ist, verringern, weil man leichter auf eine Alternative ausweichen kann, als bisher. Was das aus SEO-technischer Sicht bedeutet, wird sich allerdings erst noch zeigen.

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