Das Problem von Suchmaschinen und AJAX

Suchmaschinen sind von Ajax leider nicht so begeistert. Das Problem mit Ajax liegt darin, dass Suchmaschinen kein bzw. kaum JavaScript „verstehen“ können – und ohne JavaScript kein Ajax. Dadurch können möglicherweise wichtige Inhalte nicht von Suchmaschinen erfasst werden. Das ist der Fall, wenn Inhalte per Ajax nachträglich in die Seite eingebaut werden. Denn Suchmaschinen untersuchen den Quelltext einer Seite, wie er nach dem Laden vorliegt. Mit Ajax werden aber nachträglich Änderungen vorgenommen, die die Seite wieder anders aussehen lassen. Der Benutzer bekommt die Seite dann in der Endversion zu sehen, während Suchmaschinen nur die unfertige Version sehen, in der die nachgeladenen Inhalte fehlen.
Dazu ein Beispiel: Eine Seite mit einem neuen Fachartikel soll angezeigt werden. Die Seite ist so gestaltet, dass sie zunächst ohne den Fachartikel geladen wird. Anschließend kommt Ajax zum Einsatz, wählt im Hintergrund den neuesten Artikel aus und lädt ihn in die Seite. Eine Suchmaschine würde die Seite ohne diesen Fachartikel erfassen.
Dieser Umstand ist aber nur ein Teil des Problems. Denn viele Ajax-Anwendungen beschränken sich nicht auf das einmalige Nachladen des Inhalts, sondern ermöglichen das vielfache Nachladen von unterschiedlichen Inhalten.
Modifizieren wir dazu das Beispiel: Der Fachartikel wird nun ohne Ajax ganz normal mit dem Rest der Seite geladen und kann folglich auch von Suchmaschinen
erfasst werden. Neben diesem Fachartikel gibt es noch einen weiteren Artikel. Klickt ein Besucher auf den Link zu diesem Artikel, kommt Ajax zum Einsatz und ersetzt den ersten Artikel durch den zweiten, ohne dass die Seite komplett neu geladen wird.
Im Prinzip ist das Problem für Suchmaschinen gleich geblieben: Sie können nur die ursprünglich geladene Seite ohne Ajax erfassen. In diesem Fall würde also der erste Artikel erfasst, der zweite, nachgeladene Artikel jedoch nicht. Geht man aber einmal von der Annahme aus, dass Suchmaschinen Ajax verstehen könnten, stößt man auf ein weiteres Problem: Der zweite Artikel hat die gleiche URL wie der erste. Eine Suchmaschine könnte also gar nicht auf den zweiten Artikel verlinken und würde diesen somit auch gar nicht in den Suchergebnissen anzeigen wollen.
Wenn Sie feststellen möchten, wie Suchmaschinen eine Ajax-Seite wahrnehmen, gibt es einen einfachen Trick: Schalten Sie JavaScript in Ihrem Browser aus [1, 2]. Was Sie jetzt nicht sehen können, können Suchmaschinen (bis auf einige Ausnahmen) auch nicht erfassen. Übrigens ist auch ein kleiner Teil der Internetnutzer mit deaktiviertem JavaScript unterwegs. Diese können Ajax entsprechend ebenfalls nicht nutzen.

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